Simons Blog

Norge på langs 2018 – Die Anreise nach Norwegen

Die letzten Tage vor der Abfahrt waren echt spannend und am Ende doch noch hektischer als gedacht. Da plant man seit einem halben Jahr akribisch alles, erstellt Listen und Pläne, überlegt sich was man wie wann macht und dann rinnt einem die Zeit in rasender Geschwindigkeit durch die Finger. Aber es hat geklappt, am Abend vor der Abreise steht das Auto randvoll gepackt vor der Haustür und die ganze Anspannung fällt langsam ab.

Nicht nur unsere Sachen und Versorgungspakete haben ihren Weg in den Kofferraum gefunden, nein auch von unserem Freund Thomas haben sich einige Pakete dazu gesellt. Er läuft in diesem Jahr auch Norge på langs und ist schon einige Zeit vor uns gestartet. Da er mit dem Schiff und quasi zu Fuß angereist ist, haben wir uns bereit erklärt, seine Pakete mit nach Norwegen zu nehmen und für ihn zu verschicken.

Der Norden ruft

Und so steigen wir am 26. Mai früh morgens ein und fahren los. Der Abschied von daheim fällt schwer, aber die Aussicht auf das große Abenteuer lässt uns mit einem Lächeln losfahren. Leider ist die Autobahn heute richtig voll, und so stehen wir mehr als das wir fahren. Dadurch verpassen wir unsere Verabredung mit der Geobuchhandlung in Kiel, was uns echt wurmt, haben sie uns doch stets super unterstützt. Aber wir können es nicht ändern, manchmal hat man Glück und manchmal eben Pech.

Unsere zweite Verabredung in Kiel klappt aber und wir treffen uns mit Jaana, die mir vor einiger Zeit eine E-Mail geschrieben hatte, nachdem sie mein Buch gelesen hatte. Wir reden lange, denn ihre Geschichte verbindet sich durch mein Buch auf schier unglaubliche Weise mit meiner Tour. Wer mein Buch gelesen hat, wird sich an das Schwert im Saltfjell erinnern, das dort noch immer im Boden steckt und das an einen ganz besonderen Menschen erinnert, nämlich Jaanas Mann.

Die Geschichte ist so verrückt und eindrücklich, so besonders und so unglaublich eindrücklich, dass ich darüber gerne irgendwann einmal an anderer Stelle berichten möchte. Aber dieses Gespräch in Kiel gehört sicherlich zur besondersten Geschichte, die sich rund ums Buch entwickelt hat. Vielen, vielen Dank für dieses Treffen in Kiel liebe Jaana, das wird bei uns noch sehr lange nachhallen.

Den Abend haben wir dann etwas außerhalb bei einem weiteren Freund verbracht. Wir waren zu Gast bei Jürgen und seiner Frau, mit ihm habe ich mir das Zelt auf der Wintertour durch den Sarek im letzten Winter geteilt. Auch hier ist die Geschichte des Kennenlernens total verrückt, denn Jürgen war vor einigen Jahren mit seiner Frau bei meinem Vortrag in Kiel und wir haben uns kurz darauf per Zufall auf der Fähre von Langesund nach Hirtshals wiedergesehen, als wir völlig fertig vom Jostedalsbreen zurückfuhren. Irgendwoher kannte er mich, als wir ins Gespräch kamen und Bingo, es war der Vortrag in Kiel gewesen. Und dann war er mit mir zusammen im Sarek, wie cool ist denn bitte wiederum diese Geschichte?

In Etappen langsam weiter nordwärts

Nach einem super Abend, an dem wir zusammen mit Jürgen Klopp auch kurz noch den Henkelpott gesehen haben, ging es weiter nordwärts. Wie entspannt es auf der Autobahn in Dänemark zugeht, es ist alles immer irgendwie viel ruhiger, die Hektik der deutschen Autobahnen ist nach der Grenze wie weggeblasen, herrlich!

Am späten Nachmittag erreichen wir Hirtshals und beziehen auf dem Campingplatz am Leuchtturm eine kleine Hütte mit Blick aufs Meer. Urlaubsfeeling kommt auf, als wir am Strand entlang Richtung Hafen schlendern um dort einen Hot-Dog in unsere Lieblings-Pommesbude zu essen.

Wir kaufen noch kurz für den Abend ein und entspannen dann in unserem kleinen Domizil. Der Sonnenuntergang ist surreal schön, kitschig wäre noch untertrieben. Gute Nacht!

Leinen los – Norway calling!

Um sieben Uhr schon ist die Nacht zu Ende, wir packen rasch unser Auto, holen uns beim Bäcker noch etwas für die Fahrt nach Oslo später und rollen wenig später auf die Fähre nach Langesund in Norwegen.

Die Überfahrt ist sehr entspannt, wir frühstücken gemütlich und dürfen sogar kurz auf die Brücke. Schon cool mal so hinter die Kulissen schauen zu können.

Der Rest der Seereise vergeht schnell, mit dem Blick aufs Meer gerichtet kommt man ja schnell runter, Zeit für etwas Müßiggang.

Dann kommt Land in Sicht, die Schären empfangen uns mit einem Bilderbuch-Norwegen, schöner kam man dort kaum ankommen.

Der Zoll zeigt zum Glück keinerlei Interesse an unserem Proviant und wir setzen den Kurs nach Oslo.

Am Abend erreichen wir Hokksund, wo wir die nächsten Tage bei Christoph und seiner Familie zu Gast sein dürfen. Christoph arbeitet bei Bergans of Norway und wir kennen uns mittlerweile schon fast fünf Jahre, er wird uns dabei behilflich sein, unsere Versorgungspakete zuzuschicken.

Zu Gast bei Freunden in Hokksund

Der Dienstag steht ganz im Zeichen des Packens der Pakete. Zwar haben wir daheim gut vorgearbeitet, aber unser Abendessen von Real Turmat muss noch entsprechend dazu sortiert werden, denn das wurde von Real Turmat innerhalb von Norwegen direkt dorthin geliefert.

Nachdem die Pakete fertig für den Versand sind, bekommen wir noch einen Einblick in das neue Recycling-System von Bergans, bei dem man sich in Norwegen eine kostenlose „Pante-Pose“ zuschicken lassen kann. Diese kann man dann wiederum kostenlos gefüllt mit gebrauchter Outdoor-Bekleidung (übrigens ganz egal von welcher Marke) gefüllt zurückschicken. Bergans schaut sich die Sachen dann an und verkauft sie entweder wieder günstig gebraucht im Shop in Oslo weiter, gibt sie teilweise an Bedürftige weiter oder arbeitet sie zu kleinen hübschen Accessoires um, die man dann auch hier in Norwegen käuflich erwerben kann. Ein super System und hoffentlich bald auch in Deutschland am Start.

Gegen Abend nimmt uns Christoph noch zusammen mit seinem Sohn zum Orienteering, wo Kinder und Erwachsene zusammen spielerisch den Umgang mit Karte und Kompass erlernen – typisch Norwegisch halt!

Nun sitzen wir im Zug nach Kristiansand von wo aus wir weiter mit dem Bus zum Kap Lindesnes fahren wollen. Der Start rückt näher – endlich!

In Kooperation mit Visit Norway

6 Kommentare

  1. Helge

    Moin Simon, toll, dass du dir wieder so viel Zeit für den langen Bericht genommen hast, so können wir Daheimgebliebene den Start eurer Reise mitverfolgen. Schön, dass letztlich alles gut geklappt hat. Ich wünsche euch weiter alles Gute und einen schönen Wanderstart am Kap Lindesnes! Liebe Grüße Helge

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