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On the road again – von Dalen nach Rjukan

Der Abschied von Dalen und vom hyggeligen Hotel hier fällt uns schwer, zu wohl haben wir uns hier gefühlt. Ein letzter Blick zurück und wir folgen der Straße nach Åmot.

Eine Überführungsetappe, wie es in Radsport so schön heißt, von Dalen nach Rjukan immer auf der Straße, steht in den nächsten Tagen an. Für die rund 85 Kilometer wollen wir uns vier Tage Zeit nehmen und uns und unsere Füße nicht über Gebühr strapazieren.

Der Aufstieg aus dem Tal ist gut zu gehen, auch wenn es zwischendurch anfängt zu nieseln. Wir lassen es gemächlich angehen und machen immer wieder kurze Pausen, um uns an den kleinen schmackhaften Walderdbeeren am Straßenrand gütlich zu tun.

In Åmot nehmen wir uns auf dem Groven Camping eine Hütte, geht bis hierher ganz gut.

Die Berge immer vor Augen

Die nächsten beiden Tage führen uns dann immer näher heran an die Berge der Hardangervidda, die sich mehr und mehr am Horizont zeigen.

Nach einer längeren Pause in der Kaffeeecke des Supermarktes in Rauland gehen wir noch bis Vierli, einem Wintersport Örtchen auf fast 1000 Metern Höhe über dem Meer. Der Wind frischt deutlich auf und wir schlagen unser Nachtlager im Schutz einer Hütte auf. Die Knott hat der Wind davon getragen, was für eine Wohltat!

Auch die Fernwander-Realität kann Spaß machen

Weiter geht es am nächsten Tag Richtung Rjukan, es nieselt immer wieder und es ist zwischendurch echt usselig, wir machen Pause unter einem Müllcontainer am Straßenrand, so sehen Fernwander-Träume aus!

In Skinnarbu legen wir eine längere Pause ein, denn hier befindet sich ein Zentrum, das sich mit der Hardangervidda beschäftigt. Die Aussicht über den Møsvatn ist spektakulär und die Waffeln eine Wucht!

Wir sehen uns hier ein wenig um und schauen uns ein Video über den Nationalpark an, den wir vom Samstag an durchqueren wollen.

Ein paar Kilometer nach der langen Pause schlagen wir unser Zelt auf einer Alm an der Straße auf, die im Sommer hier Ziegenkäse herstellt und diesen auch direkt verkauft. Die zwei Mitarbeiterinnen kommen aus Holland und sind erst seit zwei Tagen mit den ganzen Ziegen hier, die zudem von einem sehr aufmerksamen Hütehund bewacht werden.

Wir verabschieden uns früh ins Zelt und ruhen uns aus. Die Taktik, die Dinge entspannt anzugehen, zahlt sich wirklich aus. Insbesondere die Füße wissen das sehr zu schätzen und es bilden sich keine neuen Blasen mehr. In der Ruhe liegt scheinbar die Kraft!

Kultur und Geschichte mit Blick auf den Gaustatoppen

Der nächste Morgen begrüßt uns mit einem wunderbaren Ausblick auf den Gaustatoppen, den mit 1883 Metern höchsten Berg Südnorwegens.

Es ist nicht mehr weit bis Rjukan und auf halbem Weg passieren wir zuerst die älteste DNT-Hütte, die Krokan Hütte und dann machen wir einen Zwischenstopp am Vemork Kraftwerk, das insbesondere im zweiten Weltkrieg ein ganz besonderer Ort war, Stichwort „Schweres Wasser“ für die Entwicklung der Atombombe.

Norweger und Briten gaben alles, um die Fabrik für das schwere Wasser zu zerstören. Die Saboteure der Aktion Gunnerside sind nationale Helden und Legenden, und zahlreiche Menschen gaben ihr Leben, um zu verhindern, dass die Deutschen das schwere Wasser tatsächlich nutzen konnten.

Eine Stunde später laufen wir in Rjukan ein und sind beinahe am Ziel. Wir kaufen kurz ein und sehen uns ein wenig um, dann werden wir von Gro abgeholt. Sie arbeitet für das Gaustablikk Hotel, das uns eingeladen hat, einen Ruhetag mit Blick auf den Gaustatoppen vom Bett des Zimmers aus zu verbringen.

Nach kurzer Fahrt beziehen wir ein großzügiges Zimmer, in dem auch schon unser Versorgungspaket und neue Schuhe für mich warten. Die alten haben es echt hinter sich, die Sohle ist fast komplett runtergelaufen.

Bevor wir dann nach dem Abendessen ins Bett gehen, zeigt sich der Gaustatoppen noch am längsten Tag des Jahres in einer zauberhaften Abendstimmung, mehr geht kaum! Bei diesem Anblick steigt die Vorfreude auf die Hardangervidda ab Samstag sehr!

In Kooperation mit Visit Norway

8 Kommentare

  1. Helge

    Hej ihr beiden, was für ein schöner Bericht! Ich fasse zusammen: die Knott haben aufgegeben und die Blasen habt ihr besiegt. Außerdem kommen die Versorgungspakete an und ihr könnt immer wieder mal in einem Hotelzimmer übernachten. Das liest sich alles sehr gut! Wenn ich dann noch sehe, dass ihr bei einer eher wenig idyllischen Pause im Regen an einem Müllcontainer dennoch so zuversichtlich in die Landschaft schaut, wie Anni es auf dem Foto tut, würde ich sagen: euch kann nichts mehr aufhalten! Alles Gute weiterhin und viele schöne Erfahrungen! Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht. Liebe Grüße von Ostwestfalen nach Norwegen sendet euch Helge

    1. Simon
      Simon

      Vielen lieben dank Helge! Wir finden uns immer besser zurecht und die Ruhetage im Hotel tun echt gut! Wir kommen für voran, hoffen wir mal, dass die Knott wirklich aufgegeben haben! Es läuft alles in allem super!

  2. Frode Veungen

    Hello I saw a picture of you with a girl I know called Gro at
    Brendstaultoppen. she works at GaustablikkHotell. So I wanted to check your blog. I am not so good at German grammar, but understand some.
    looking at your blog and and your trip I hope you enjoy it and may you meet many good people and explore Norway at it`s best. Good Journey

    best regards
    Frode Veungen
    Porsgrun, telemark

  3. Helge

    Hej ihr beiden, wenn ich eure SPOT-Positionen richtig deute, dann wart ihr in den letzten Tagen in recht einsamer Landschaft unterwegs und habt heute mal wieder einen etwas größeren Ort erreicht. Euer Positionspunkt befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Hotel, sodass ich mir vorstellen könnte, dass ihr dort übernachten werdet. Das wäre ja schön! Auch absolute Outdoor-Freaks haben zwischendurch mal ein wenig Luxus verdient… Mittlerweile habt ihr auch schon rund 500 km geschafft, vielleicht auch schon mehr. Das ist schon mal eine tolle Leistung und zeigt, wie gut ihr unterwegs seid. Ich hoffe, dass es euch gut geht und dass euch das Wandern weiter viel Freude macht. Ich freue mich schon auf euren nächsten Bericht! Alles Gute weiterhin und liebe Grüße Helge

    1. Simon
      Simon

      Moin Helge! Der neue Bericht ist online 😉 Und ja, dass Hotel ist perfekt um sich zu erholen! Hier in Geilo hat man alles was man so braucht, echt cool! Ehrlicherweise haben wir keine genaue Ahnung wie viele Kilometer genau wir gelaufen sind, aber so viel wie du sagst werden es wohl sein! Tusen takk für deine Worte! Liebe Grüße aus Geilo!

  4. Ulli

    Hallo ihr zwei, hab vor ner ganzen Weile dein Buch „verschlungen“ und verfolge auch jetzt sehr interessiert eure Tour. Hut ab! 👍 zwischen Rjukan und Dalen waren wir letztes Jahr mit dem Camper unterwegs. Über 80 km zu Fuß die Straße entlang ist sicher nicht ohne. In 3 Wochen geht’s wieder nach Norwegen. Diesmal kommt das Zelt mit für Touren im Jotunheimen und Rondane. Eure Berichte hier lassen die Vorfreude steigen. Euch noch viel Spaß! Viele Grüße, ulli

    1. Anni
      Anni

      Hallo Ulli! Lieben Dank, dass du uns hier folgst! Ja wir sind total froh, dass wir den vielen Asphalt hinter und gelassen haben und uns nun dem spaßigen Teil widmen können. Falls ihr Tipps für jotunheimen und Rondane braucht, ihr wisst ja wo ihr uns findet 😉

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