Der Lahnwanderweg 2011

Kleiner Hinweis vorab, bin den Weg im letzten Jahr zwei Mal gegangen, habe die Fotos etwas gemischt

Tag 1: Diez – Laurenburg Samstag 11.06.2011

Der Tag startet mit einem gemeinsamen Frühstück bei Sabine bevor es dann rasch los geht. Ich habe nach meinem Irland Trip den neuen großen Rucksack und den neuen Schlafsack dabei. Etwas überdimensioniert für die drei Tage im Vorsommer, der Flachs blüht, Sabine foppt mich, aber egal, bin ja eh nicht so der UL Fetischist, eher UH. Dann kann ich halt auch das große Zelt und so weiter mitnehmen. Ein Hoch auf den Wohlfühlfaktor. Geplant ist zwar in den Schutzhütten zu übernachten, aber so sind wir für alles gerüstet und ich kann das Wochenende als Training für Schottland nutzen.

Die 2h Fahrt gen Süden vergehen rasch und nach nachdem wir uns auch nur zwei Mal verfahren haben, finden wir auch den Parkplatz auf dem wir das Auto kostenlos für das Wochenende stehen lassen können. Wir schultern die Rucksäcke und es kann losgehen. Ich sehe aus, als wollte ich mich drei Wochen durch die Wildnis schlagen, Sabine hatte vielleicht doch recht, etwas viel dabei hab ich schon, egal, wird schon. Wir überqueren die Lahn und suchen den Weg. Aber da Diez ja jetzt auch nicht so groß ist, finden wir ihn auch bald. Es geht zuerst durch Wohngebiete den Berg hoch raus aus Diez. Die Aussichten auf die Stadt sind echt nett. Oben angekommen geht der Weg zuerst direkt entlang der Straße nach Fachingen, dann durch den Wald entlang selbiger. Nach ein paar hundert Metern überqueren wir die Straße und folgen einer kleinen Straße um uns dann in die Büsche zu schlagen. Der Weg führt hier wieder bergab hinunter nach Fachingen. Am Wegesrand finden sich winzige Walderdbeeren und wir sehen uns einen Bienenstock näher an. Weiter geht es durch Fachingen, wir unterqueren die Eisenbahn, die sich immer entlang der Lhan schlängelt und uns zu einem stetigen Begleiter werden wird , kommen dann zur Lahn.

Vorbei an Obstbäumen folgen wir dem Weg, bevor es dann steil den Berg hoch geht. Aber dieser Anstieg wird dann von uns im Sturm genommen, alles kein großes Ding. Oben geht es durch den Wald mit tollen Aussichten weiter. Ganz schön schön hier. Dann geht es wieder über einen Waldweg weiter zu den ersten Häusern von Balduinstein. Wir laufen durch das Dorf, quatschen und verpassen prompt den Weg. Aber als gute Pfadfinder bzw. erfahrene Wanderer finden wir prompt eine alternative Route und sitzen dann auch alsbald in Balduinstein am Bahnhof in der lokalen Wandererversorgungsstätte. Lecker so ein Weizenbier beim Wandern. Wir schauen uns das Treiben auf der Lahn an und genießen die Pause und das Wetter.

Dann geht es weiter, das Weizen wird direkt in Vortrieb umgewandelt, ein netter Anstieg wieder heraus aus dem Tal erwartet uns. Oben ist vom Bier nicht mehr viel über, aber dafür haben wir eine schöne Aussicht auf die Schaumburg und über das Lahntal. Der Weg ist hier ziemlich angenehm, man hat hier Holzhackschnitzel als Untergrund verwendet. Wir kommen an einer Weide mit Ungarischen Rindern vorbei, sehen ziemlich urtümlich aus. Dann geht es kurz über ein Feld und wieder in den Wald zurück, wo wir ins Naturschutzgebiet Gabelstein-Hölloch kommen

Hier kommen wir wieder zu einer super Aussichtstelle, der Blick ist traumhaft. Weiter durch den Wald, runter zum Bach, und dann leicht ansteigend durch die Felder hoch nach Steinsberg. Wir streifen das Dorf und laufen weiter durch die Felder, bevor es wieder durch den Wald bergab geht. Wir kommen zu Rupbachtalstraße, überqueren diese und folgen weiter dem Weg. Dann entdecken wir den Hinweis zu einer Bäckerei. Wir laufen kurz die Straße hinunter und lassen uns ein Stück Kuchen schmecken. Genußwandern würd ich mal sagen.

Auf dann zum Endspurt, wieder den Berg hoch und dann weiter auf der Höhe im Wald in Richtung Laurenburg. Wir überlegen uns, wie und wo wir übernachten wollen. Die Versuchung wächst, in Laurenburg soll es einen Campingplatz geben, ich hab ja für alle Fälle das Zelt dabei ;). Gesagt getan. Ab den Berg runter zur Lahn, schnell die Bahn und die Lahn überquert und wir sondieren die Lage auf dem Campingplatz am Gasthof Lahntal. Wir sehen ziemlich viele Kinder hier, die sind auf Wanderfahrt vom Kanuclub. Schnell fällt der Entschluss, wir bleiben hier. Es gibt Duschen, es gibt Schnitzel, es gibt Bier. Wieso sollen wir da im Wald pennen? Wenn es schon mal da ist, soll man es auch nutzen. Schnell schmeißen wir das Zelt hin und machen die ersten Bekanntschaften mit unseren Nachbarn. Zum einen der ca. 50 Köpfigen Jugendgruppe und zum anderen mit ein paar Jungs aus Dortmund auf Männertour. Dortmund? Die Jungs sind mir sympathisch, vielleicht fällt ja auch das ein oder andere Kaltgetränk für uns ab, hervorragend. Wir Duschen und machen uns schick für die Schnitzelterasse.

Eines vorweg, der Gasthof bzw. der Wirt ist der Hammer. War früher hier Kellner und hat den Laden übernommen. Leider ist er aber irgendwie nur Passagier auf seinem eigenen Schiff. Das macht aber irgendwie gar nichts, ist auf seine Art auch witzig und sympathisch. Man muss sich halt bei der Getränkeorder am besten selbst das Bier aus dem Kühlschrank holen, aber das ist dann dafür auch günstig und eiskalt. Wir sitzen mit den Dortmunder Jungs zusammen, bestellen zu Essen und kommen schnell zu einem essentiellen Problem: Der Getränketechnik. Die Jungs sind so gut wie blank was Getränke angeht, wir würden vielleicht auch gerne noch das ein oder andere Bier trinken. Was nun sprach Zeus. Eine launige Debatte entbricht, alle Möglichkeiten werden erwogen, diskutiert, für gut oder schlecht befunden, das Telefonbuch nach einem Taxiunternehmer abgesucht, der Willens ist, die paar Kilometer nach Holzappel zur nächsten Tankstelle zu fahren. Da spricht uns eine Art Camper vom Nachbartisch an. Scheint sich auszukennen hier, hat sich alles amüsiert bei einem Herrengedeck angehört und kann unser Problem voll und ganz verstehen. Es möchte uns helfen, würde mit einem von uns nach Holzappel fahren um uns zu helfen. Hei super denken wir. Nur wer fährt? Na toll, mein Essen ist noch nicht da, habe plötzlich ein paar Scheine in der Hand und den Hut auf.

Der freundliche Mann trinkt noch schnell sein Gedeck aus, in mir machen sich komische Gedanken breit. Die eine Hand meines Fahrers ist dick bandagiert und, nun ja, er sieht halt nicht aus wie der örtliche Pastor. Egal, wird schon gut gehen. Ich sehe mich schon in Keeks alten Granada steigen, als ich das sonore Blubbern einen 8-Zylinder Audi Q7 auf mich zukommen sehe. Geht doch. Ich steige mit meinen ollen Wandersachen ein. Coole Karre, die macht ne richtig dicke Hose. Es stellt sich heraus, dass der Besitzer Eigner einer Schreinerei in der Nähe ist und sich in der vergangenen Woche mit der Kreissäge etwas die Hand abgesägt hat. Aber egal, ist ja Automatik der Hobel und wir blubbern fröhlich zur Tanke nach Holzappel. Dort kaufe ich dann zwei Kisten Bitburger (Hinweis des Tankwartes: Da ist jetzt Pfand drauf, die kann man jetzt auch wieder zurück bringen, ist jetzt ganz neu. Aha, das ist ja mal ne echt gute Idee, denke ich) und mein Fahrer tankt ne Buddel Wodka. In was für nen Film bin ich da bloß wieder rein geraten. Wir besichtigen noch kurz das örtliche Freibad und ich lerne noch einiges über die Gegend hier. Schnell geht es dann zurück zum Platz. Die Jungs staunen nicht schlecht über den Wagen, der mich und das Bier da ausspuckt. Ich verabschiede und bedanke mich und wir lassen den Abend dann bei Schnitzel und den nun reichlich vorhandenen Kaltgetränken ausklingen

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