Grubenfahrt 2009

Am Freitag dem 27. Februar traf sich eine Gruppe Mutiger, um sich einmal die faszinierende Welt der Bergleute unter Tage anzusehen. Eine Grubenfahrt auf der Zeche Prosper stand an.

Grubenfahrt 2009Wir machten uns also auf nach Bottrop, wo wir gegen 14:00 Uhr in Empfang genommen wurden. Unser Begleiter, ein sogenannter Sicherheitssteiger, empfing uns und geleitete uns aufs Werksgelände, wo wir erst einmal eine kleine Präsentation zum Thema Bergbau und Grubenwesen bekamen. Die Anfahrt unter Tage sollte gegen 15:00 Uhr sein. Nach der interessanten Präsentation wurde es dann ernst. Wir bekamen in der Besucherkaue unsere Bergmannskluft.

Da man unter Tage keine Stoffe tragen darf, die sich elektrostatisch aufladen könnten (entstehende Funken könnten eine Schlagwetterexplosion auslösen), bekamen wir zu erst einmal alle eine Einheit Einheitsunterwäsche, die für alle gleich war. Anschließend bekamen wir noch das normale Arbeitszeug, sowie Schutzbrille, Helm und Sicherheitsschuhe mit Schienbeinschonern. Zur Vorsicht bekamen wir auch noch jeder eine Flasche Wasser mit und schon ging es los Richtung Schacht.

Nachdem wir alle unsere Kopflampen erhalten hatten, ging es zum Schacht, wo wir mit der 15:00 Uhr Schicht anfahren sollten. Der Aufzug bestand quasi aus einem offenen Käfig aus Metallgittern in dem auf zwei Stockwerken 80 Mann gleichzeitig Anfahren können. Schon ging es los und wir rauschten innerhalb von anderthalb Minuten auf die 1000m Sohle bei ca. 920m unter Tage. Nach diesem rasanten Ritt entstiegen wir dem Fahrkorb und machten uns auf einen kleinen Fußweg zum unterirdischen Bahnhof, an dem schon eine kleine Eisenbahn auf uns wartete.

Da sich das Abbaugebiet weit entfernt vom Schacht befindet, mussten wir nun erst mal mit dieser Bahn eine gute halbe Stunde in Richtung des Abbaugebietes fahren. Wir zwängten uns in die Bahn und schon ging die Fahrt los. Während der Fahrt wurden erste Fragen mit unseren drei Begleitern besprochen und wir bekamen eine Menge Informationen zu hören.

Nachdem wir unser erstes Etappenziel erreicht hatten, stiegen wir aus und es ging weiter auf Schusters Rappen in Richtung der Abbaustrecke. Ein Weg von ca. 2,5 Kilometern bei immer höher werdenden Temperaturen lag vor uns. Vorbei an verschiedensten technischen Einrichtungen wie Werkstätten, Schwebebahnen und Förderbändern ging es immer weiter in den Berg. Die Strecke führte uns immer wieder auf und ab bis wir schließlich nach einer weiteren halben Stunde Fußmarsch auf ca. 1000m am Abbaubetrieb eintrafen.

Nun wurde es richtig ernst. Im ca. 400m langen Abbaustreb herrschten Temperaturen von über 50°C, eine klaustrophobische Enge, sowie ohrenbetäubender Lärm und eine Luftfeuchtigkeit von über 90%. Die Gläser der Schutzbrillen beschlugen, man wusste nicht, was man wie anfassen darf und was nicht. Aus allen Ecken starrten einen plötzlich große weiße Augen an, die zugehörigen Bergleute konnte man vor lauter Dreck nicht mehr in ihren Klamotten erkennen.

Wir versuchten die Bergleute nicht bei ihrer Arbeit zu behindern und schon fuhr der Mannsgroße Walzenschrämlader an uns vorbei, der die Kohle auf einer Höhe und Tiefe von ca. 2m aus dem Berg schnitt. Ein unbeschreibliches Erlebnis, welches man kaum in Worte fassen kann, die Gerüche, Temperaturen und die Lautstärke sind einfach unfassbar. Nachdem wir ungefähr 15 Minuten im Abbaustreb verbracht hatten, machten wir uns wieder auf den beschwerlichen Rückweg.

Durchgeschwitzt und schwarz vom Kohlestaub benötigten wir ca. 40 Minuten zurück zum Zug, der uns wieder in Richtung Schacht bringen würde. Im Zug wurde noch ausführlich über das Erlebte gesprochen und der Sicherheitssteiger erzählte uns noch eine Menge Dönekes und Anekdoten wie z.B. dass sie die halbe Schalker Mannschaft bei einer Grubenfahrt per Schwebebahn aus dem Berg fahren mussten, weil sie nicht mehr konnten.

Zum Abschluss musste jeder noch eine Prise feinsten Schnupftabaks über sich ergehen lassen. Nach einer kurzweiligen Rückfahrt kamen wir wieder am Schacht an und fuhren mit der Frühschicht zusammen über Tage. Über Tage angekommen gaben wir unsere Lampen ab und es wurden noch ein paar Fotos von uns gemacht. Anschließend ging es wieder zur Besucherkaue, wo wir uns duschten und umzogen.

Danach gab es noch ein zünftiges Grünkohl Abendessen wobei wir uns noch eine ganze Weile lang über das Erlebte unterhielten.

Glück auf!

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