Rothaarsteig 2008

Prolog

Es war Ende des Jahres 2006, als Micha, Jörn und ich auf die Idee kamen, einmal gemeinsam den Rothaarsteig zu Erwandern. Wir wohnen in Iserlohn – Hennen am Rande des Ruhrgebietes und am Tor zum Sauerland, und wir fanden ein kleiner Trip in die Nahe Umgebung wäre doch einmal etwas.

Micha und ich sind Nachbarn und haben schon gemeinsam so manches Ding unternommen, Jörn als gemeinsamer Freund und Kletterpartner von Micha auf diversen Touren in den Alpen etc. war auch gleich begeistert dabei. Im Januar 2007 hatten wir uns dann mit der Tourvorbereitung befasst, eine Unterkunft für den ersten Abend gefunden und uns auf einen Termin geeinigt. Die Vorfreude stieg, Ausrüstungslisten und Literatour und Internet wurden gewälzt. Schlicht gesagt, die Ganze spannende Vorfreude auf ein jede Tour, wie groß und lang auch immer, bereitete uns eine Menge Spaß.

Dann passierte es:

Mitte Januar 2007 zog der Orkan Kyrill über das Sauerland und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Ganze Landstriche im Hochsauerland wurden verwüstet und schon bald mussten wir feststellen, eine Erwanderung des Steiges ist in diesem Jahr unmöglich und rückt in weite Ferne. Nahezu der ganze Steig war durch Windbruch blockiert und die Forstarbeiter hatten erst einmal genug damit zu tun, die gröbsten Schäden zu beseitigen, geschweige denn den Steig wieder zugänglich zu machen. Nun denn, sagten wir uns, dann wird es wohl in diesem Jahr nichts. Schade, aber gegen die Natur kamen wir halt nicht an. Auf ein Neues also im Jahre 2008.

Die Vorbereitung 2008:

Die Lage im Sauerland hatte sich deutlich entspannt und die Forstarbeiter hatten Ihren Job wahrlich gut gemacht. Die größten Teile der Schäden waren innerhalb des letzten Jahres beseitigt worden (wenn man die betroffenen Flächen entlang des Steiges sieht, mag man kaum Glauben was diese Zerstörungen für die Menschen im Sauerland bedeutet haben müssen. Unglaublich wie groß die zerstörten Flächen sind und wie viel Kraft und Schweiß es gekostet haben muss, diese zu beseitigen und nicht aufzugeben).

Wir hatten beschlossen, im August nach einem Termin zu suchen. Geplant waren ca. 5 Tage bis eine Woche. Leider musste Jörn an diesem Zeitpunkt der Vorbereitung die Tour absagen. Ein Angebot, für 13 Monate in China zu arbeiten, konnte er nicht ablehnen. So kam es, dass nur noch Micha und ich übrig blieben. Wir hatten keine Ahnung auf was wir uns da so einließen. Sicher, Outdoor Erfahrung hatten wir beide schon gesammelt.

Micha war schon von jeher zum Klettern in den Alpen unterwegs und hatte so manche längere Motorrad Tour nach Schottland unternommen. Ich hatte 1999 eine sechswöchige Fahrrad Tour mit Sack und Pack durch Skandinavien unternommen. Aber eine Wanderung dieser Art hatten wir beide noch nicht gemacht. Hinzu kam, dass wir von Anfang an gesagt hatten, dass wir mit Zelt und möglichst als Selbstversorger unterwegs sein wollten. Es kam also eine Menge Gepäck für eine solche Tour zusammen. Etwa 18kg sollten es am Ende pro Nase und Rucksack sein. Wir sichteten also unsere Ausrüstung und vervollständigten diese noch mit dem einen oder anderen Gegenstand. Es war zwar nicht mehr Alles auf dem neuesten Stand, aber für unsere erste gemeinsame Tour sollte es doch reichen, dachten wir.

Wir hatten uns für den Zeitraum vom 14. bis 19. August für unsere Tour entschieden. Für den Anfang sollten 5 Wandertage reichen und außerdem ließen Familie und Arbeit einfach nicht mehr zu. Mal sehen, wie weit wir auf dem 155km langen Rothaarsteig kommen sollten. Wir wollten einfach Spaß haben und die Sache nicht zu ernst nehmen. Unsere An- und Abreiseweg hielt sich dank unserer Wohnlage am Rande des Sauerlandes auch in Grenzen und so kam dann bald der Tag der Abreise.

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