Simons Blog

Wider dem Konjunktiv – ein paar Gedanken zum Jahresende

Am Samstag vor dem dritten Advent war ich in Tübingen auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Wenigstens einmal in der Vorweihnachtszeit wollten wir die schöne Atmosphäre in der hiesigen Altstadt zur Vorweihnachtszeit genießen. Nach anderthalb Stunden waren wir wieder daheim, so unwohl haben wir uns in den Menschenmassen gefühlt, die sich dicht gedrängt durch die Gassen geschoben haben. Die Vorweihnachtszeit ist für mich eigentlich die Zeit im Jahr, um einmal zur Ruhe zu kommen und richtig entspannt durchzuatmen, und nicht sich in den größtmöglichen Trubel zu stürzen.

Das vergangene Jahr hat wieder einmal viele wunderbare Momente für mich bereit gehalten. Es fällt mir immer wieder schwer, einiges davon zu begreifen. Als ich zum Beispiel in Erlangen in der wahnsinnig großen Halle vor der riesigen Leinwand stand und von meiner Tour berichtete, musste ich wirklich kurz innehalten und mich kneifen.

Es ist einfach unglaublich, wohin mich mein damaliger Entschluss meinen Job zu kündigen und ins Abenteuer zu stürzen mittlerweile geführt hat. Auch vor kurzem in Tübingen während meines Vortrags in so wunderbar gemütlicher Atmosphäre habe ich oft daran gedacht, was für eine unglaubliche Möglichkeit ich damals beim Schopfe gepackt habe, ohne vorher wirklich zu wissen, was auf mich zu kommt.

Ein Jahr voller Highlights

Aber wenn ich an das letzte Jahr zurück denke, dann sind mir insbesondere die wahnsinnig eindrücklichen Reisen in den Norden haften geblieben. Egal ob die Wintertouren im Sarek und der Hardangervidda oder auch die herbstliche Zeit im Narvikfjell und auf den Lofoten – ich habe mich dort unterwegs einfach so wohl gefühlt!

Auf der Bühne zu stehen und von meiner Tour zu berichten und euch mitzunehmen nach Norwegen ist einfach ein unglaublich schönes Gefühl, der Zuspruch und die Rückmeldungen dazu sind echt unbezahlbar, aber im herbstlichen Fjell zu stehen, die glasklare Luft einzuatmen und die bunten Farben zu bestaunen oder auch krasse Nordlichter über dem Zelt zu bestaunen, das ist einfach das Beste überhaupt und mit nichts zu vergleichen.

Auf dem Weg zu neuen großen Abenteuern irgendwann bin ich aber einfach unendlich dankbar für alles, was ich auch im letzten Jahr wieder erleben durfte. Eine ganze Reihe von Vorträgen quer durch das Land waren einfach grandios und ich hoffe sehr, dass ich noch einige Vorträge mehr halten darf, denn es macht so viel Freude, in die begeisterten Gesichter der Zuschauer zu blicken und sie vielleicht anzustiften, einige Konjunktive im Leben zu streichen.

Im Hintergrund arbeite ich mit Hochdruck daran, Termine im neuen Jahr kreuz und quer durch die Republik festzumachen, die neuen Termine werde ich euch im neuen Jahr umgehend mitteilen sobald sie fix sind.

Wie war denn das letzte Jahr?

Mit großer Freude blicke ich auch auf die zahlreichen Magazin-Artikel, die im letzten Jahr erschienen sind und in denen ich von meinen Touren und Abenteuern erzähle. Es freut mich sehr, dass es den Lesern gefällt und ich auch über meine Herangehensweise an Touren berichten darf. Ich selbst lese solche Artikel auch sehr gern und informiere mich über alles mögliche, bin ich doch selbst in vielen Dingen nicht so erfahren, wie es vielleicht manchmal erscheint.

Zelten bei Minus 30° Celsius? Herzlich Willkommen im Sarek

Um all die Dinge, die im vergangenen Jahr auf meinem Schreibtisch gelandet sind wegzuschaffen, ist leider oftmals der Blog etwas zu kurz geraten. Gerne würde ich noch den Reisebericht über die Sarek Wintertour fertigstellen, aber ich fürchte, das wird leider noch ein wenig dauern. Schade, denn die Erinnerungen an diese gigantische Tour sind immernoch so präsent, denn so lange Zeit bei so tiefen Temperaturen mit Zelt unterwegs zu sein, das war für mich total neu! Eine ganz besondere Erfahrung, so eindrücklich und intensiv, unglaublich!

Unter Gleichgesinnten beim Fernwanderncamp

Eines der absoluten Highlights in diesem Jahr war auf jeden Fall das Fernwandern Camp im November. Ich bin immer noch total platt, wie viele Leute dort hin kamen und wie entspannt das ganze ablief. All die Leute die dort waren, haben dieses Wochenende zu etwas ganz besonderem gemacht. Es war einfach so cool, sich dort in relaxter Atmosphäre über unser gemeinsame Leidenschaft auszutauschen.

Ich meine klar ist es toll, dass man über viele Touren im Internet lesen kann, das man sich in Foren austauschen oder Leuten virtuell auf ihre Touren begleiten kann, aber sich so ganz klassisch offline zu treffen, das ist für mich trotz alles Social Media und Internetgeschichten das Salz in der Suppe. Und wir werden das ganz sicher wiederholen, ganz sicher!

Unterwegs am Albtrauf

In diesem Jahr haben wir auch unsere Wahlheimat im Ländle zu Fuß erkundet und uns dabei für den HW1 Wanderweg immer entlang des Albtraufes entschieden. Selten hat mich eine Wanderung so positiv überrascht und begeistert. Manchmal muss man gar nicht weit reisen, um dem Alltag etwas zu entfliehen und ein kleines, aber feines Abenteuer zu erleben. Gerade im Herbst ist der Weg einfach fantastisch gut zu gehen, ein klares Plädoyer für heimatliche Streifzüge! Gerne denke ich auch zurück an die wunderbare Fahrt mit dem Faltboot durchs wilde Donautal – wie fantastisch schön doch auch Deutschland ist!

Einige der schönsten Sätze im letzen Jahr habe ich dann bei Andrea und Ole gelesen, deren Blog über ihre Tour zum Nordkap ich einfach verschlungen hab. Ich hab große Hochachtung vor ihrer Leistung und wie sie ihr großes Abenteuer gemeistert haben. Zu ihrer Ankunft am Nordkap schrieben sie folgende Gedanken, die ich einfach so wunderbar finde:

Dann setzten wir uns, nahmen uns in den Arm und vergaßen alles um uns herum. Wir hatten so gut aufeinander aufgepasst. Und es gemeinsam geschafft. Wie oft hatten wir es verflucht. Wie oft hatten wir überlegt, nicht weiter zu gehen und nach Hause zu fahren. Wie oft hatten wir es geliebt. Und jetzt fiel alles ab.

Ut på tur – aldri sur! So einfach ist das eigentlich

Das schöne aber an den ganzen Vorträgen, Reiseberichten und Photos ist, dass man das, was man dort zeigt und erzählt, ja selbst erlebt, empfunden und gemacht hat. Ohne aufzubrechen und loszuziehen, ohne vom Schreibtisch oder der Couch aufzustehen, wäre das einfach nicht möglich. Wenn man nichts erlebt oder gesehen hat, kann man auch nicht darüber berichten. Und deshalb gilt es weiterhin für mich, daran zu arbeiten, die Konjunktive im Leben wieder kleiner zu halten. Das ist mein Ziel, das habe ich mir fest vorgenommen für 2018.

‚Cos love is free and life is cheap,
as long as I’ve got me a place to sleep,
clothes on my back and some food to eat,
then I can’t ask for anything more!

In diesem Sinne möchte ich euch allen ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest im Kreise eurer lieben wünschen! Lasst es euch gutgehen und schmiedet fleißig Pläne für 2018! Genau so werde ich es angehen! God Jul!

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