Simons Blog

Zurück in die Zukunft

Wieder zu Hause. Schon sehr ungewohnt. Die Rückfahrt mit der Fähre von Oslo aus war eigenltich ganz nett, nur habe ich mich selten so deplaziert gefühlt, wie dort. Schon beim Einchecken im Terminal war ich wohl der einzige, der das Schiff als reines Transportmittel genutzt hat. Die Blicke waren schon sehr komisch, so ein Rentiergeweih in Kombination mit meinem Aussehen haben den ein oder anderen doch sichtlich verwirrt. An Bord habe ich mich seltsam deplatziert gefühlt.  Alle Passagiere haben sich umgehend auf offener See ins Getümmel gestürtzt, die Läden gestürmt, sich der Getränkeauswahl gewidmet. Ich hatte irgendwie gar kein Bedürfnis dieser Art. Habe mir das Treiben angesehen, einen Burger verdrückt und ein paar Biere getrunken, aber irgendwie kam überhaubpt keine Stimmung, Freude oder Genuss auf. Eine seltsame Leere. Bin dann früh zu Bett gegangen. Am Morgen dann gabe es einen wirklich fantastischen Sonnenaufgang. Bin direkt um 7:00 Uhr zum Frühstück gegangen, ich wollte mir den Massenansturm später ersparen.

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Zurück in Deutschland

Dann hatte ich zwei Stunden Zeit in Kiel. Ein total warmer Oktobertag begrüßt mich. Schnell den Rucksack im Bahnhof ins Schließfach und ab in die Stadt. Zuerst das GEO Sonderheft Norwegen kaufen, man muss sich ja schließlich schon mal über das nächste Reiseziel informieren 😉 Aber auch hier in der Stadt fühlte ich mich total deplatziert und auch ein wenig überfordert. So viele Dinge, auf die man achten muss, Rolltreppen, Autos, Ampeln, der Verkehr. Dann wieder zurück zum Bahnhof, ab in den Zug. Hab mir ein Ticket für die 1. Klasse gekauft, war unwesentlich teurer und ich wollte mich mit meinem ganzen Gerödel nicht irgendwo hinquetschen. Die Gesichter der Mitreisenden sprachen auch hier die Sprache der Verwirrung. War mir dann mitlerweile aber auch egal. Immerhin habe ich mich mit meinem Sitznachbar bis Dortmund gut unterhalten. Der Zug hatte dann etwas Verspätung, hätte fast meinen Anschluss verpasst. Wäre mir egal gewesen, aber meinen Freunden sowie dem Fototgrafen und Reporter vom Iserlohner Kreisanzeiger vermutlich nicht. Die haben mich dann am heimischen Bahnhof direkt in Beschlag genommen. Die zwei jungen Mädels die mit mir ausgestiegen sind, waren total verwirrt, warum da jemand von der Presse wartet und ausgerechnet jemanden wie mich fotografiert und eine große Show macht. Dann großes Hallo mit allen wartenden Freunden und im Triumphmarsch zusammen nach Hause, wo schon weitere Freunde und die Familie im Garten gewartet haben. Der Abend ging dann ziemlich lang  und war total schön 😉

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Allein der Stapel 11Freunde Ausgaben wird mich eine Woche kosten 😉 Und dann das tolle outdoorseiten.net Vereinsheft!

Dann aber wieder hart ab in die Realität. Ämter, Formulare und die Post von fünf Monaten wartet auf Erledigung. Ein Haufen E-Mails und tausend Dinge wollen erledigt werden, jeder möchte wissen wie es war und löchert mich mit Fragen. Die ganze Aufmerksamkeit ist natürlich auch schön, das will ich gar nicht verhelen,  man kommt lediglich kaum mal zu Durchatmen. Bin froh, dass ich wenigstens die Fotos schon gesichert habe, wobei eine SD Karte defekt ist, die muss ich heute zur Datenrettung einsenden. Wäre schade um die 400 Fotos.

Habe auch eine Seite “Pressespiegel” auf dem Blog eingerichtet, da finden sich einige erste Artikel und Beiträge über die Tour. Nach und nach werde ich jetzt auch die Fotos sichten. Das wird toll! Ich halte euch auf dem Laufenden und werde auch weiterhin über meine Rückkehr in den Alltag berichten. Das ist eine ziemlich spannende Zeit momentan 😉

Aber mehr und mehr wird mir auch durch die Reaktionen und Gespräche klar, wie groß der Anteil von Außen an meiner Reise war, wie viele Leute darüber gesprochen haben, mitgefiebert haben und wie viele die Reise auch zum Nachdenken gebracht hat. Das finde ich mehr als krass und hätte das niemals gedacht. Das beschäftigt mich sehr.

6 Kommentare

  1. Avatar
    Annika

    Ich hab das immer, wenn ich nach ner Tour wieder in die Stadt komme. Ich lasse daher die großen Städte (die ja meist nicht sehr große sind :-D) meiner Länderziele wie Island, Norwegen, Schweden etc. entweder ganz aus (Abfahrt vom Flug- oder Fährhafen) oder ich guck mir die Stadt auf dem Hinweg an–später fühle ich immer genauso deplatziert wie Du.
    Auf den Fähren hingegen empfand ich das meist nicht als so schlimm, man kann sich ja ganz gut zurückziehen (Kiel-Göteborg habe ich bis zur absoluten Bettzeit an Deck verbracht)—außer bei Hurtigruten. Das mag aber auch daran liegen, dass ich meine Distanzstrecken immer im Sommer zurückgelegt habe, da ist echt Kreuzfahrtklima an Bord :-/ Winters (da bin ich allerdings auch immer auf der Gegenseite….will sagen, da haben WIR die große Rundtour gemacht) fand ich das weniger doll.
    Willkommen zuhause! Der BVB versuchts ja gerade noch zu drehen in der CL 🙂

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    Annelie

    Das geht mir auch nach jeder langen Reise so. Wir waren letztes Jahr 11 Wochen in Norwegen und ich fand mich hier lange nicht zurecht bzw. man will es nicht 😉
    Alles Gute für den Neustart in der Heimat, ich habe sehr gerne Deine persönlichen Gedanken gelesen.
    Liebe Grüße von Annelie

  3. Avatar
    mannitwo

    hallo simon,
    habe gerade über “visit norway” deine seite entdeckt und kann dir hierzu nur gratulieren. muß mich allerdings erst einmal richtig durchlesen und werde danach sicherlich noch ein paar fragen haben. war 2011 etwas länger als 3 monate unterwegs in norwegen und mache gerade pläne für meine 4. norwegen tour, wahrscheinlich aber erst in 2015, da ich vorher noch die pyrenäen und island auf dem plan habe. werde dir eine freundschaftsanfrage auf facebook senden und hoffe du akzeptierst,
    grüsse
    mannitwo

  4. Avatar
    Matze

    Viel Spaß beim Sichten der ganzen Bilder… da erlebt man das ganze immer noch einmal und erinnert sich an die tollen Momente. Und viel “Spaß” beim abarbeiten der ganzen Post und anderen Erledigungen. Hier ist heute gut Schnee runter gekommen… man kann eigentlich schon die Hunde vor den Schlitten spannen… blöd, dass wir das noch nie gemacht haben bisher und die Wege nicht kennen… muss daher noch zwei Wochen warten, bis Marit zurück ist. Ich hoffe, du lebst dich zu Hause wieder gut ein… vergißt aber nicht das nächste Abenteuer zu planen. 😉 Hat mich gefreut deine Bekanntschaft zu machen und du weißt: Wenn du mal Bock auf Kontrastprogramm hast, du bist hier willkommen.
    Ich hoffe, die Bilder konntest du herunterladen?

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